Geld aus Energiefonds der Kirche hilft 320 Haushalten
"Wir haben damit Menschen erreicht, die sonst nicht zur Caritas kommen", bilanziert Vorstand Robert Sauer.
Die Erzdiözese hatte den Topf 2022 aus außerordentlichen Kirchensteuer-Einnahmen gebildet. Das Geld floss den Kirchen zu, als der Staat wegen der stark gestiegenen Energiekosten allen einkommenssteuerpflichtigen Erwerbstätigen eine einmalige Energiepauschale auszahlte. Darauf fiel auch Kirchensteuer an und die Kirche beschloss, die zusätzlichen Einnahmen über die Caritasverbände im Land solidarisch an Bedürftige weiterzugeben.
Eine 83-jährige Frau mit einer Rente von 750 Euro, die Wohngeld erhält, bekam aus dem Energiefonds 580 Euro. Für ihre Heizkosten hatte sie trotz niedrigem Verbrauch eine Nachzahlung in dieser Höhe zu leisten. Eine 20-jährige Frau, die langfristig erkrankt ist und Krankengeld bezieht, sollte für den Stromverbrauch der Nachtspeicheröfen in ihrer Wohnung 1200 Euro nachzahlen. Doch diese konnte die junge Frau in ihrer Situation nicht leisten. Nach ihrem Antrag auf Hilfe aus dem Energiefonds wurde der offene Betrag beglichen.
"Manche Menschen haben es nicht leicht im Leben", weiß Robert Sauer. Und viele hätten sich zunächst geschämt, beim Caritassozialdienst in Achern, Kehl, Oberkirch oder Offenburg einen Termin machen zu müssen. Die Mitarbeitenden des Verbands seien ihnen auf Augenhöhe begegnet. Menschen mit kleiner Rente, Familien mit nur einem geringen Einkommen oder Alleinerziehenden mit Teilzeitstelle sei ein Stein vom Herzen gefallen, dass die Nachzahlung für ihre Heizkosten übernommen werden konnte. "Es war eine unkomplizierte Möglichkeit, Menschen eine konkrete finanzielle Entlastung zu ermöglichen", freut sich auch Felix Sorg, der beim Caritasverband Vordere Ortenau als Sozialarbeiter unter anderem in der Schuldnerberatung tätig ist. Die Anträge stellten seine acht Kollegen vom Caritassozialdienst und er übernahm die Koordination.
"Es gibt noch viel mehr Bedarf", weiß er. Immer wieder gebe es Anfragen nach Hilfe bei hohen Nachzahlungen. "Es ist ein strukturelles und schier unlösbares Problem", sagt er. Wer nicht viel Geld zur Verfügung habe, wohne oft in älteren und schlecht gedämmten Wohnungen, wo die Heizkosten besonders hoch seien.