Mit Verantwortung nah am Menschen
Eine Ausbildung in der Pflege- wäre das was? Für Elke Berger und für Twinkle George ist der Beruf genau das Richtige. Sie arbeiten für den Caritasverband Vordere Ortenau im Pflegeheim Erlenbad in Obersasbach.
An diesem Nachmittag kniet Elke Berger vor einem Bett und bindet Schuhe. Dann schaut sie hoch und fragt. "Gut so? Brauchen Sie sonst noch was?" Die Bewohnerin des Pflegeheims Erlenbad bittet sie, sie zum Kaffeetisch zu begleiten. Aber zu ihren Aufgaben gehört so viel mehr: Sie gibt Medikamente nach ärztlicher Anordnung, spricht mit Ärzten und Angehörigen, plant und organisiert individuelle Pflege und dokumentiert alle Maßnahmen.
"Ich habe eine sinnvolle Aufgabe und ich gehe jeden Tag gern zur Arbeit", sagt die Altenpflegerin. Ältere Menschen ganzheitlich wahrzunehmen, ihnen in schwierigen Situationen mit Einfühlungsvermögen, Kompetenz und Geduld wirkungsvoll zu helfen, das gefalle ihr. Dabei brauche eine Pflegefachkraft nicht nur Fachwissen. Sie müsse auch viel Verantwortungsbewusstsein mitbringen, zuverlässig und belastbar sein. Und sie habe viele Möglichkeiten, sich beruflich weiterzuentwickeln.
Elke Berger ist eine spät berufene Pflegefachkraft. Schon nach ihrem Abitur 1984 fand sie die Schilderungen einer Freundin faszinierend, die Altenpflegerin war. Aber mit Abitur geht man nicht in die Pflege, hieß es damals. Deshalb fing sie ein Studium der Sozialarbeit an und schmiss es wieder: "Das war mir zu weit weg von der Praxis!" Sie wurde Industriekauffrau und blieb es viele Jahre. Als ihre Kinder groß waren, lockten sie Verkauf und Buchhaltung nicht mehr. Sie meldete sich für ein Praktikum in einem Pflegeheim und wusste danach genau: Das ist es.
Im Alter von 40 Jahren beendete sie ihre zweite Ausbildung zur Altenpflegerin und hat es nie bereut. Als Fachkraft geht sie auch mit Spritzen, Salben und Verbänden um. Aber vor allem arbeitet sie mit Menschen: "Das ist schön und jeder Tag ist anders." Manchmal sage ihr eine Klientin, dass sie sie vermisst habe. Manchmal bedanken sich Menschen für einen schönen Tag. Aber sie freue auch einfach, wenn es jemandem in ihrer Obhut körperlich und seelisch gut geht.
Ihre Liebe zur Pflege hat auch Auszubildende Twinkle George aus Indien erst im Zweitberuf entdeckt. Sie hat in ihrer Heimat Informatik studiert und wollte sich in Deutschland eigentlich auf diesem Feld weiterbilden. Nebenbei half sie in einem Pflegeheim und entdeckte: "Ältere Leute verstehe ich und ich habe viel Geduld." Im Umgang mit pflegebedürftigen Menschen verbesserte sie ihre deutschen Sprachkenntnisse. Und in diesem Beruf möchte sie auch nach der Ausbildung noch weiter lernen.
Die Arbeit in der Pflege sei durch Tarifverträge gut und gerecht bezahlt, sagt Elke Berger. Der Anspruch auf Urlaub und Sonderurlaub sei klar geregelt. Für Nacht- und Wochenendschichten gebe es Zuschläge und beim Caritasverband auch eine betriebliche Altersvorsorge. Nur ein bisschen mehr Zeit für Gespräche würde sie sich wünschen. Sie weiß, dass die Menschen im Pflegeheim oft besser schlafen, wenn ihnen am Abend noch jemand zuhört.
Der Caritasverband Vordere Ortenau bietet jedes Jahr zwei Ausbildungsplätze für Pflegefachkräfte im Pflegeheim Erlenbad in Obersasbach an. Für dieses Jahr sind sie bereits besetzt. Ansprechpartner ist der Leiter der Altenhilfe beim Caritasverband, Peter Doll. Kontakt (es öffnet sich ein neues Nachrichtenfenster): pflegeheim-erlenbad@caritasvorort.de