Mediation bietet die Chance auf eine Einigung
Ihr Arbeitsplatz ist ein runder weißer Tisch, auf den schon sehr viele Konflikte gelegt wurden. Christiane Berg hilft beim Caritasverband Vordere Ortenau in Offenburg Paaren in Trennung und Scheidung, ihre Konflikte zu lösen. "Dabei wird es auch mal laut", sagt sie. Wut und Enttäuschung, Traurigkeit, Fassungslosigkeit und Verbitterung haben Platz, aber auch Erleichterung und befreites Lachen.
13,5 Stunden Arbeitszeit pro Woche widmet die Diplom-Sozialpädagogin und Mediatorin Menschen, die Lösungen brauchen. Was passiert mit unserem Haus, wenn wir uns trennen? Wer hat wann die Kinder? Wer nimmt das Auto, wer den Hund? Manchmal geht es auch um einen Streit unter Nachbarn oder Erben. Meistens sind es schwierige Fragen, die Kompromisse von beiden Seiten erfordern.
Termine zur Mediation bekommen beim Caritasverband Vordere Ortenau Menschen aus dem Verbandsgebiet, das von Offenburg bis Kehl, Rheinau, Achern und ins Acher- und Renchtal reicht. Das erste Gespräch ist kostenlos, für weitere fällt ein Kostenbeitrag an, der sich nach dem Einkommen und der Anzahl der Kinder richtet.
Ihre Qualifikation hat Christiane Berg bei einer Weiterbildung an der Katholischen Hochschule Freiburg erworben. Sie ergänzt damit die Trennungs- und Scheidungsberatung des Caritasverbandes, die ihre Kollegin Regina Schmidt anbietet. Die Beratung schafft Klarheit darüber, wie eine Scheidung abläuft und was es bei einer Trennung alles zu beachten gibt. Dazu kann sich auch nur ein Partner informieren lassen.
Anders ist es bei der Mediation, bei der es um die Vermittlung in Konflikten geht. "Mediation geht nur zu zweit", sagt Christiane Berg. Nie hört sie sich nur die Argumente einer Seite an: "Ich bin allparteilich." Das heißt, sie hat die Wünsche und Bedürfnisse beider Konfliktparteien im Blick.
Sagen darf an dem runden weißen Tisch in ihrem Büro jeder alles: "Ich garantiere Verschwiegenheit, nichts dringt nach draußen." Sich gegenseitig blöd finden, dem anderen am liebsten gar nichts überlassen wollen - das sei manchmal die Ausgangslage: "Ich bin ein bisschen der Prellbock dazwischen und sorge dafür, dass jeder und jede zu Wort kommt." Freiwillig an einem Tisch zu sitzen, ist der Anfang. Wenn dann der Konflikt benannt ist, kann jeder seine Vorschläge für eine Lösung machen. Oder die Mediatorin hilft dabei, eine Lösung zu entwickeln.
"Es ist eine schöne Tätigkeit. Manchmal kann ich den Blick auf Wege eröffnen, die die Menschen sonst nicht gesehen hätten", sagt Christiane Berg. Oft können sich die Streitparteien nach einem guten Mediationsgespräch an ihrem runden weißen Tisch wieder in die Augen schauen und sogar miteinander lachen: "Das ist ein großes Geschenk."
Kontakt (es öffnet sich ein Nachrichtenfenster): berg@caritasvorort.de
