Rote Rikscha rollt durch Sasbach
Ende 2024 wurde die Rikscha mit Geld aus dem Vermächtnis eines Obersasbachers angeschafft. Die Wäschefirma und der Förderverein des Pflegeheims legten noch etwas dazu. Ihr Wunsch war es, das Radfahren auch denen zu ermöglichen, die nicht mehr selbst in die Pedale treten können.
Als Jürgen Tauchmann davon hörte, meldete er sich freiwillig als Fahrer. "Ich bin fast täglich mit dem Fahrrad unterwegs und verbinde das gerne mit Rikscha-Fahrten für Senioren", sagte sich der Obersasbacher. Er freue sich, ihnen schöne Ausflüge zu ermöglichen. Pro Jahr lege er selbst rund 8000 Kilometer mit seinem E-Bike zurück - immer in der Ebene. Er übte einige Male mit der Rikscha und überlegte sich eine schöne Strecke. Wie es seine Zeit erlaubt und das Wetter passt, kommt er ins Pflegeheim Erlenbad und lädt die Bewohner zu einer Ausfahrt ein.
"Der eine oder andere hat ein bisschen Respekt vor dem Gerät. Aber es ist ein sehr sicheres Gefährt", sagt der ehemalige Pfarrgemeinderat und Stiftungsrat, der seit kurzem auch Vorsitzender des Kirchenchores Sasbach und Obersasbach ist. Über weitere Ehrenamtliche, die sich an den Rikscha-Fahrten beteiligen, würde er sich freuen: "Sie sind für die Senioren eine große Freude und Abwechslung."
Bei einer seiner Rikscha-Touren lernen sich Marliese Lehmann und Dorothea Schreiner kennen. Die eine ist schon länger im Pflegeheim, die andere erst kurz. Gemeinsam steigen sie ein, stellen sich einander vor und klappen den roten Bügel runter, an dem sie sich festhalten können. "Ich bin der Jürgen. Sie müssen nichts Besonderes beachten, nur genießen", sagt ihr Fahrer, setzt seinen Helm auf und tritt mit Motorunterstützung in die Pedale.
Der Weg führt über die Erlenbadstraße und die Oberdorfstraße zur Bühler Straße. "Gute Fahrt!", ruft ein älterer Herr, der vor seinem Haus sauber macht. Auf dem Radweg Richtung Ottersweier geht es vorbei an Kirschplantagen und Apfelbäumen, Weizenfeldern und Johannisbeer-Kulturen. Unterwegs plaudert Jürgen Tauchmann mit seinen Passagieren. Er fährt bis zur Wallfahrtskirche Maria Linden in Ottersweier und zurück.
An einem Wegkreuz gibt es eine kurze Pause. Dorothea Schreiner ist begeistert: "Es ist enorm! Man hat so viele Eindrücke, sofort wenn man losfährt." Marliese Lehmann war schon oft Rikscha fahren und ist Jürgen Tauchmann richtig dankbar für diese Möglichkeit. Gern erzählt sie den Mitbewohnern im Pflegeheim davon: "Mir macht es Spaß. Man sieht mal was anderes. Ich kann es nur empfehlen."