Ein Spiel vereint viele Nationen
"Alle sind willkommen", hieß es auf der Einladung des psychosozialen Zentrums für Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung. Mitarbeitende des Caritasverbandes Vordere Ortenau, der das Cabrini-Center betreibt, spielten mit Geflüchteten und mit Aktiven des Boule Clubs. Mit dabei waren auch der Leiter des Fachbereichs Beratende Dienste beim Caritasverband, Andreas Hillebrandt, und der Integrationsbeauftragte der Stadt Achern, Christian Pfenning. "Wir arbeiten eng zusammen. Auch Dolmetschende aus unserem Dolmetscherpool sind gekommen", sagte er.
Der Präsident des Boule Clubs, Dietmar Heekerens, teilte Zweierteams ein und hatte Kugeln für alle bereitlegen lassen. Sein Verein hat 130 Mitglieder, darunter reine Freizeit- und Hobbyspieler und Mannschaftsspieler in mehreren Ligen bis zur Boule-Bundesliga. "Es dürfen gerne noch mehr Nationalitäten dazu kommen", sagte er. Die schattige Boule-Anlage des Clubs liegt in der Illenau, ganz in der Nähe vom Acherner Sitz des Caritasverbandes. "Wir freuen uns, dass wir mithelfen dürfen, den immer wieder grassierenden negativen Meinungen eine positive Aktion entgegenzusetzen. Augenscheinlich haben viele Spaß am Spiel und am Miteinander."
In der Acherner Innenstadt gibt es seit Oktober 2025 das Cabrini-Center, finanziert mit Mitteln der Europäischen Union . Ziel der Einrichtung ist es, Menschen mit Fluchterfahrung und psychischen Belastungen zu unterstützen und ihnen die Integration zu ermöglichen. "Zu unseren Aufgaben gehört es, Begegnungsräume für Menschen unterschiedlicher Kulturen zu schaffen", sagt die Leiterin des Cabrini-Centers, Sarah Knapp. Sie und ihr Team öffnen Geflüchteten auch Türen und zeigen, wo sie sich anschließen können. Gemeinsam Boule zu spielen und dazu eine Waffel zu essen, war ein guter Anfang.
Um vor Augen zu führen, was Flucht und Migration bedeuten, hatte Sarah Knapp viele Informationen mitgebracht. "Millionen Menschen sind weltweit gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Und niemand flieht freiwillig", sagt sie. Gründe seien neben Krieg und Gewalt auch Hunger, Menschenrechtsverletzungen und das Klima. Iran nehme derzeit die meisten Flüchtlinge auf, gefolgt von der Türkei, Kolumbien und Deutschland. Psychosoziale Zentren wie das Cabrini-Center tragen zur Stabilisierung und Verbesserung der psychischen Gesundheit und Lebenssituation Geflüchteter bei, erklärt sie.
Am 1. Juli veranstaltet das Cabrini-Center ein "Walk & Talk". Zugewanderte und Einheimische können sich dabei begegnen und miteinander Achern erkunden. Treffpunkt ist das Cabrini-Center in der Hauptstraße 70. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Kontakt (es öffnet sich ein Nachrichtenfenster): cabrini@caritasvorort.de

Einheimische und Geflüchtete spielten gemeinsam Boule. Gastgeber der Aktion des Cabrini-Centers war der Boule Club Achern.