Verschickungskinder
Im Rahmen von sogenannten "Maßnahmen der Gesundhilfe" wurden Kinder bereits ab drei Jahren alleine oder mit Geschwisterkindern für bis zu drei Monate ohne direkten Elternkontakt in einer für sie fremden Umgebung mit einem strengen bis hin zu demütigendem Regelwerk untergebracht.
In den Kinderkurheimen litten sie vielfach unter Heimweh, Ängsten, Grenzverletzungen und Misshandlungen/Missbrauch, die Jahrzehnte später noch ihren Alltag zum Beispiel in Bezug auf Beziehungen, Ängsten und Essstörungen prägen. Nicht alle ehemaligen Verschickungskinder mussten diese Erfahrungen mitmachen, da die Missachtung der Kinderrechte in den Kurheimen unterschiedlich und zusätzlich durch institutionelles und persönliches Versagen geprägt war.
Im Rahmen des Forschungsprojekts "Die Geschichte der Kinderkuren und Kindererholungsmaßnahmen in der Bundesrepublik Deutschland zwischen 1945 und 1989" der Humboldt-Universität zu Berlin wurden die Akten des ehemaligen Verschickungsheims Friedenweiler untersucht. Das Forschungsvorhaben wurde finanziert durch Deutscher Caritasverband, Diakonie Deutschland, Deutsches Rotes Kreuz und Deutsche Rentenversicherung Bund.
Wir möchten Sie ausdrücklich ermutigen, sich zu melden, falls Sie betroffen sind und als Kind verschickt worden sind. Wir unterstützen Sie bestmöglich bei der Recherche und vermitteln Sie an hilfreiche Ansprechpersonen.
Auch das Land Baden-Württemberg unterstützt bei der Recherche. Informationen zu den Projekten bezüglich der Aufarbeitung von Heimerziehung, Zwangsunterbringungen und Kinderverschickungen erhalten Sie auf der entsprechenden Internetseite des Landesarchivs: www.landesarchiv-bw.de
Die Geschichte der sogenannten Verschickungskinder aufzuarbeiten ist Anliegen und Verdienst des Vereins Aufarbeitung und Erforschung von Kinder-Verschickungen e.V. Hier gelangen Sie zur Internetseite des Vereins: www.verschickungsheime.de